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Rainy Day | Stadtmauer Templin

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Der Bau der Templiner Stadtmauer zog sich ab 1300 oder 1320 über einen Zeitpunkt von 100 Jahren hin. Die Mauer ist bis heute erhalten und gilt als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Kurstadt. Fußgänger und Radfahrer können sie auf einem mit traditionellem Kopfsteinpflaster belegten Innenring vollständig umrunden, zwischen dem Webertor und dem Prenzlauer Tor ist alternativ ein außen an der Stadtmauer vorbeiführender Weg mit Blick auf den Stadtsee passierbar. Die Gesamtlänge der Mauer beläuft sich auf 1.735 Meter. Der Weg ist an einigen Stellen leicht hügelig. Kaum ein Besucher Templins lässt sich den Spaziergang entlang der mittelalterlichen Stadtmauer umgehen, Einwohner genießen den Rundgang um ihren Stadtkern ebenfalls. Die Maulbeerbäume zwischen dem Webertor und dem Mühlentor sind Überbleibsel der gescheiterten Begründung einer Seidenraupenzucht. Die Templiner Stadtmauer ist an mehreren Stellen durch Efeu bewachsen, was zu einer schönen Kombination aus einem die Stadt schützenden Bauwerk und der Natur führt.

Ursprünglich gehörten zur Templiner Stadtmauer drei Stadttore: Das Mühlentor, das Prenzlauer Tor und das Berliner Tor. Diese sind an ihren Türmen erkennbar, das Tor am Stadtausgang Richtung Prenzlau verfügt zusätzlich über ein Langhaus, welches heute das Museum zur Stadtgeschichte beherbergt. Die im Mühlentor vorhandenen Lagermöglichkeiten werden zurzeit zur Unterbringung weiterer Exponate genutzt und sind nicht zugänglich.Seit Dezember 2013 ist im Berliner Tor wieder die Ausstellung Lebenswelten mit dem Schwerpunkt auf handwerkliche Traditionen der Uckermark zu sehen. Die weiteren Tore sind einfache Mauerdurchbrüche, welche zum Teil wie das Webertor und das Wassertor nach Stadtbränden angelegt wurden, um künftig einen schnelleren Zugang zu den als Löschwasser nutzbaren Seen zu erlangen. Von diesen Durchgängen ist das Schultor als einziges nicht mehr zugänglich, da der Platz zwischen der Stadtmauer und der Seestraße in die Gestaltung des Schulhofes der Goetheschule einbezogen wurde. Das Eichwerder Tor weicht in der Gestaltung von den einfachen Mauerdurchbrüchen ab, bei seiner Errichtung wurden 1909 an beiden Seiten kleine Turmbauten errichtet, welche nicht begehbar sind.

Als Wieken oder Wiekhäuser werden in Nordostdeutschland der Verteidigung dienende Ausweichstellen in einer Stadtmauer bezeichnet. Diese sind in Templin nicht als Häuser, sondern als einfache Vorsprünge zur Stadtsicherung konzipiert und mit Scharten zur Beobachtung der Umgebung versehen, welche bei Bedarf auch als Schießscharten genutzt werden konnten. Der Pulverturm diente ursprünglich der Aufbewahrung des städtischen Schießpulvers, während der Eulenturm als Gefängnis genutzt und aus diesem Grund von den Einwohnern auch Hungerturm genannt wurde. Für die Verurteilten stellte die Verbüßung ihrer Strafe innerhalb des Turmes eine Strafverschärfung gegenüber dem Aufenthalt im direkt am Turm gelegenen Stadtgefängnis dar. Das Gebäude des früheren städtischen Gefängnisses beherbergt gegenwärtig ein Café. Als weiteres Gebäude ist das Akzisehaus zu nennen, im ehemaligen Zollhaus befindet sich jetzt ein kleiner Perlenladen.

Informationstafeln an der Stadtmauer weisen auf die Geschichte des Bauwerks und auf die Entstehung der einzelnen Mauerdurchbrüche hin. Des Weiteren informieren sie über die Synagoge, welche sich einst unweit des Berliner Tores befand. Diese wurde 1928 an die Baptistengemeinde verkauft, da sich keine zehn Männer mehr für einen Gottesdienst in Templin fanden. Die weiter dort lebenden Juden besuchten anschließend die Synagoge in Zehdenick. Im März 1938 versuchten Nationalsozialisten, das frühere Synagogengebäude anzuzünden, welches die Feuerwehr löschen konnte. Im November 1938 blieb die frühere Templiner Synagoge von weiteren Zerstörungen verschont. Das Gebäude befindet sich auf einem privaten Hinterhof und ist heute nicht zugänglich. Der Templiner jüdische Friedhof liegt wenige Meter von der Innenstadt entfernt und lässt sich von der Stadtmauer aus durch das Töpfertor und das Berliner Tor erreichen.

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